FAMILIENBANDE


Ahnen- & Familienforschung / Geschichte & Geschichten / Aus dem Leben / Légion Etrangère u. v. m.

Letzte Aktualisierung: 10.03.2012 08:04

 

 

 

 

 

W I L L K O M M E N  B E I  F A M I L I E N B A N D E

 

   

Wenn die Zeit kommt, in der man könnte, ist die vorüber, in der man kann.

Marie von Ebner-Eschenbach, 1830 - 1916

 

 

 

 

 

  

 

 F A M I L I E N B A N D E

 

Die Geburt unserer heute 8-jährigen Enkeltochter war für mich so etwas wie eine Initialzündung, nach einigen halbherzigen Versuchen zuvor, nun endlich doch noch mit einer ernsthaften “Ahnen- und Familienforschung” zu beginnen.

Drei Monate nachdem unser erstes Enkelkind zur Welt kam, feierten wir Eltern bereits unsere Silberhochzeit. Die Erkenntnis, dass es bei noch längerem Zögern schon bald zu spät für Nachforschungen sein könnte war ein weiterer Grund.

Nicht zuletzt “schuldeten” wir unseren eigenen Kindern, damals 22, 17 und 14 Jahre alt, zumindest das Wissen um ihre Wurzeln.

 

Sascha, Pascal und Dominic

 

Am Beginn der eigenen Ahnen- und Familienforschung kennt man meist die Daten der Eltern, der Großeltern väterlicher- und mütterlicherseits. Auch das Wissen über die nähere Verwandtschaft für diesen Zeitraum ist im Normalfall innerhalb der Familie noch mehr oder weniger vollständig erhalten.

Lebte(n) die Familie(n) über Jahrzehnte und Jahrhunderte gar am gleichen Ort, in der gleichen Region, lässt sich der eigene Stammbaum ohne große Probleme mit einem Blick in die Kirchenbücher, oder einer Anfrage beim Standsamt (in Preußen ab 1874, im gesamten Deutschen Reich ab 1876) oftmals über viele Generationen zurückverfolgen.

Bei meiner Ahnen- und Familienforschung, wie übrigens auch bei der meiner Frau, verhält sich die Sache jedoch aus den verschiedensten Gründen völlig anders.

 

Bad-Krozingen, Kapellenstraße 3

 

Meine Mutter beispielsweise, ein unehelich geborenes Kind des ledigen Dienstmädchens Josefine Kaiser, Bauerntochter aus Bonndorf im Schwarzwald und des verheirateten Händlers Josef Haufellner, der aus Wildprechting in Niederbayern stammte, verbrachte die ersten neun Monate ihres Lebens in einem Freiburger Mütter- und Säuglingsheim, ehe sie an Pflegeeltern abgegeben wurde. Erst nach ihrem 21. Geburtstag, ihrer Volljährigkeit, wurde sie über die Identität ihrer leiblichen Eltern aufgeklärt.  

Für mich hatte dies später zur Folge, dass ich mütterlicherseits weder von einer Großmutter, noch von einem Großvater wusste. Von den dazugehörenden Familien Haufellner und Kaiser gar nicht zu reden.

Wesentlich mehr als den Namen wusste ich von meinem Vater über lange Jahre auch nicht. Zwar lebte ich die ersten 2 ½ Jahre meines Lebens bei den Eltern, doch schon 1959 holten mich die Pflegeeltern der Mutter zu sich. Gott sei Dank, wie ich heute sagen muss! Dort, bei Oma und Opa, erlebte ich die glücklichste Kindheit die man sich überhaupt vorstellen kann. Nach den Sommerferien 1964 endete die schöne Zeit meiner Kindheit, ich musste zu meiner Mutter und ihrem neuen Lebensgefährten.

 

Die Familie Barz im Sommer 1957

 

Von meinem Vater fehlte damals jede Spur. Schon 1960 hatte er sich bei Nacht und Nebel mit unbekanntem Ziel aus dem Staub gemacht. Die Suche der Polizei, wie auch die Nachforschungen meiner Mutter verliefen (angeblich) im Sande.

Das angeblich spurlose Verschwinden meines Vaters wurde mir alsbald als seine “Flucht und Rückkehr in die DDR” plausibel gemacht. Ansonsten hüllte man sich bezüglich meines Vaters, in eisiges Schweigen. Ebenso über die gesamte väterliche Familie. Meine Mutter litt fortan, bezogen auf dieses Thema, an einer ausgeprägten Amnesie.

Was meine Mutter etliche Jahre später, ich war inzwischen 20 Jahre alt, dazu  veranlasste mir urplötzlich und ohne weiteren Kommentar dann doch einen Zettel mit der Anschrift meines Vaters in die Hand zu drücken, ist mir bis heute ebenso schleierhaft wie ihr ganzes übriges Verhalten.

 

Unbeschwerte Kindertage

 

Jedenfalls machte ich mich auf, meinem Vater nach mehr als 17 Jahren wieder zu begegnen. Dazu bedurfte es nicht viel mehr als einen “Katzensprung”. Wie sich herausstellte wohnte er genau seit dem 20.01.1969, meinem 12. Geburtstag, in einer Gemeinde nahe der Schweizer Grenze, kaum mehr als 50 Kilometer von meinem Wohnort Freiburg entfernt.  

Bis Willi Barz 1985 an einer langjährigen Erkrankung verstarb, kam es dann aber aus verschiedenen Gründen nur noch zu wenigen weiteren Begegnungen zwischen Vater und Sohn. Folglich konnte ich auch sehr wenig über das Leben meines Vaters, und noch viel weniger über die gemeinsame Familie in Erfahrung bringen. Da ihm als Republikflüchtling und ehemaligem Fremdenlegionär der (offizielle) Kontakt zur Familie in die DDR nicht mehr möglich war, hatte er selbst nur spärliche Informationen über sein Zuhause. Anscheinend waren aber zu diesem Zeitpunkt seine Eltern und Geschwister bereits verstorben, oder lebten an unbekannten Orten.  

Mit der Nachricht seines Ablebens, acht Jahre nach unserer “ersten” Begegnung, legte ich die Akte “Familie Barz” aus den Händen. Ich hatte mit dem Thema abgeschlossen!

 

 

Familie Otto Barz im Jahre 1941

 

Wie bereits erwähnt war dann, etliche Jahre später, die Geburt der Enkeltochter der entscheidende Grund warum das Interesse an der Familiengeschichte wieder erwachte.

Es war ein mühevoller Anfang, musste ich doch mit meinen Recherchen quasi bei Null beginnen. Nach wie vor bekam ich von meiner Mutter, der einzig zur Verfügung stehenden Angehörigen, keine, oder aber nur unbrauchbare Informationen. Daran hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert. Nur glaube ich mittlerweile, allerdings noch ohne handfeste Beweise, die Gründe für ihr merkwürdiges Verhalten zu kennen.

Zu meinem eigenen Erstaunen stellten sich dann aber dennoch ziemlich schnell erste Erfolge ein. Die Suche glich sogar in manchen Bereichen dem berühmten “Stich ins Wespennest”. In einer Art Dominoeffekt ließen sich nach und nach die teilweise unglaublichsten Dinge ans Tageslicht fördern.

 

Willi Barz in der Uniform der französischen Fremdenlegion

 

Parallel zu meiner “Ahnen- und Familienforschung” sind wir natürlich auch mit Nachforschungen zur Familie meiner Frau befasst. Allerdings, man muss es leider zugeben, bisher ohne großen Erfolg. Da es keine lebenden Angehörigen mehr gibt, ist schon die Suche nach “Anhaltspunkten“ äußerst schwierig.

Dennoch führen konkrete Spuren zu einer “Deutschen Besiedlung” in Russland. Allerdings wurden im Ersten Weltkrieg die Bewohner dieses Dorfes (in der Region Odessa, am Schwarzen Meer) getötet oder vertrieben. Schon vorher wanderten viele “Deutsche”, hauptsächlich in die Vereinigten Staaten aus. Die Siedlung selbst besteht seit dieser Zeit nicht mehr.

Bevor die Familie der Großmutter - Elfriede Deutschendorf, damals 9 Jahre alt - die Flucht ins “Deutsche Reich” antreten musste, waren andere Deutschendorfs bereits in die U.S.A. ausgewandert. So auch die Vorfahren des amerikanischen Country- und Folksängers John Denver, mit bürgerlichem Namen Henry John Deutschendorf. Ein Verwandtschaftsverhältnis zur Familie des 1997 bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückten Sängers ist sehr wahrscheinlich, allerdings nicht bewiesen.

 

Elfriede Eichner, geb. Deutschendorf

 

In mittlerweile acht Jahren "Ahnen- und Familienforschung" ... TEXT.



 

  

A C H T U N G  B A U S T E L L E

 

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Wolfgang Barz

 


 

 

 

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 H Ö R E N  &  S E H E N

  

Hymne (Marsch) des Königreiches Preußen (1701 - 1871)

1832 komponierte der königliche Musikdirektor des zweiten Garde-Grenadier-Regimentes August Neithardt die Musik zur preußischen Nationalhymne - Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben? Neidhardt wurde am 10. August 1793 in Schleiz geboren. Er starb nach langer schwerer Krankheit am 18. April 1861 in Berlin.

   

Preußens Friedrich und die Kaiserin

Teil 6 der ZDF-Dokumentation "Die Deutschen".

Viele Regenten herrschten im Deutschland des 18. Jahrhunderts. Doch zwei Monarchen ragen heraus: Preußens Friedrich und Österreichs Maria Theresia. Sie sind Rivalen, die unterschiedlicher kaum sein konnten: Die lebensfrohe Habsburgerin Maria Theresia aus dem katholischen Wien und der verschlossene Hohenzollern-König Friedrich II. aus dem protestantischen Potsdam.

16. Dezember 1740: An der Grenze zwischen Brandenburg und Schlesien ahnt niemand, was bevorsteht: Ein Überfall, der die Welt verändern wird. Der preußische König Friedrich II. marschiert ohne Vorwarnung in Schlesien ein, das zu Österreich gehört. In Wien hat seit kurzem die Habsburgerin Maria Theresia das Sagen. Mit gerade mal 23 Jahren ist sie die Herrscherin über Österreich.

 

 

 


 

 A U F  W I E D E R S E H E N

 

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